„Die meisten Menschen möchten möglichst lange zu Hause leben. Wir müssen alles tun, diesem Wunsch gerecht zu werden.“

Die erfreuliche Entwicklung der steigenden Lebenserwartung – mittlerweile liegen wir in Österreich bei durchschnittlich 84 Jahren – bringt große Herausforderungen im Pflegebereich mit sich. Immer mehr Menschen sind pflegebedürftig. Schon heute ist jede vierte Familie mit Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit konfrontiert. Und das wird in Zukunft mehr und nicht weniger. Das erfordert große Anstrengungen der Politik, um die entsprechende Pflege unserer älteren Menschen sicherstellen zu können.

Für Christof Bitschi ist in der Pflege entscheidend, dass es ein ordentliches soziales Netz gibt, das einen auffängt, wenn man es braucht. Jeder muss sich darauf verlassen können, dass er Unterstützung und Hilfe bekommt und dass er sich keine existenziellen Sorgen machen muss, wenn er pflegebedürftig wird.

Wunsch nach Pflege zu Hause erfüllen.

Um in Zukunft eine gute Pflege und Betreuung sicherstellen zu können, müssen wir alles daransetzen, damit Pflege, wenn immer möglich, zu Hause stattfindet. Das ist auch der Wunsch sehr vieler Menschen. Sie möchten so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben. In Vorarlberg werden über 80% der pflegebedürftigen Menschen zu Hause betreut. Christof Bitschi will deshalb die Pflege zu Hause stärken. Dazu müssen wir die pflegenden Angehörigen besser unterstützen und die mobilen Hilfsdienste ausbauen.

Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige.

Ein großer Anteil der Pflege wird heute von Angehörigen erbracht. Sie sind die wichtigste Stütze in unserem Pflegesystem. Für sie müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern.

Wir müssen Angebote ausbauen, die unsere pflegenden Angehörigen ohne großen bürokratischen Aufwand entlasten. Vor allem brauchen wir mehr flexible Angebote, um eine bessere Vereinbarkeit von Pflege, Familie und Berufstätigkeit zu schaffen. Dazu müssen wir mehr Angebote für stundenweise Betreuung, Kurzzeitpflege, 24-Stunden-Betreuung und die Tagesbetreuung schaffen. Zudem wollen wir die Pflegekarenz, die Pflegeteilzeit
und das Pflegekarenzgeld weiterentwickeln.

Zusätzlich brauchen wir den Ausbau der Hauskrankenpflege, die bei uns Land vorbildlich ist, ebenso wie den Ausbau der Mobilen Hilfsdienste, der 24-Stunden-Betreuung und der Tagesbetreuungen und vor allem: Wir brauchen mehr Personal in der Pflege.

Personalprobleme lösen – nicht schönreden.

Personalengpässe im Pflegebereich dürfen nicht permanent schöngeredet werden. Wir brauchen mehr Kräfte in der Pflege, denn personelle Unterbesetzungen führen automatisch zu Überlastung und Demotivation. Das ist ein Umstand, der weder für unsere Pflegekräfte noch für die zu pflegenden Menschen tragbar ist.

Wir haben heute sogar die Situation in Vorarlberg, dass aufgrund des Personalmangels Betten in unseren Pflegeheimen leer stehen, obwohl pflegebedürftige Menschen dringend auf einen Heimplatz warten. Hier gilt es alles zu unternehmen, um diesen Missstand zu beheben und die vorhandenen Betten den pflegebedürftigen Menschen auch zur Verfügung zu stellen.

Ja zur Pflegelehre nach Schweizer Vorbild.

Aktuell kann die Ausbildung für Pflege- und Betreuungsberufe erst ab dem 17. Lebensjahr begonnen werden. Es besteht somit eine Lücke zwischen dem Ende der Pflichtschulzeit und dem möglichen Einstieg in einen Gesundheits- und Sanitätsberuf, was dazu führt, dass sie sich schulisch oder beruflich anderweitig orientieren. Dadurch gehen dem Gesundheitssystem viele am Pflegeberuf interessierte junge Menschen verloren.

Damit uns niemand, der in jungen Jahren den Pflegeberuf ergreifen möchte, verloren geht, sprechen wir uns für die Einführung einer Gesundheits- und Pflegelehre nach Schweizer Vorbild aus.